Mainz plant Abschied von Plastiktüten – doch die Gelbe Tonne kommt nicht ohne Widerstand
Finn ZimmermannMainz plant Abschied von Plastiktüten – doch die Gelbe Tonne kommt nicht ohne Widerstand
Mainz treibt die Pläne voran, die gelben Plastiktüten bis zum 1. Januar 2027 durch eine neue "Gelbe Tonne" zu ersetzen. Die Umstellung soll die Vermüllung verringern und die Abfallentsorgung in der gesamten Stadt verbessern. Doch der Wechsel stößt auf rechtliche Hürden und Widerstand des aktuellen Entsorgungsunternehmens.
Die Stadt hatte bereits 2019 beschlossen, das Tonnensystem einzuführen. Die Verantwortlichen erhofften sich dadurch weniger verstreuten Abfall und weniger zerrissene Säcke, die alle zwei Wochen bei der Abholung anfallen. Ein Verwaltungsgericht blockierte die Pläne jedoch mit der Begründung, das Vorhaben erfülle nicht die Anforderungen an eine Vollservice-Lösung.
Der aktuelle Dienstleister, BellandVision, lehnt die Umstellung ab. Das Unternehmen argumentiert, dass Tonnen den Restmüll erhöhen und die Emissionen steigen lassen könnten. Studien deuten zudem darauf hin, dass Verbraucher bei der Nutzung von Tonnen mehr Abfall falsch sortieren als bei Beutelsystemen.
Um das Projekt doch noch umzusetzen, hat Mainz eine neue Rahmenrichtlinie erlassen. Gesucht wird nun ein anderes "duales System"-Unternehmen, das bereit ist, das Tonnensystem einzuführen. Sollte der neue Anbieter keinen Vollservice bieten, müssten die Bürger ihre Tonnen selbst an den Straßenrand bringen und wieder zurückrollen.
Für Eigentümer könnten mit dem neuen System zusätzliche Kosten anfallen. Die Stadt hat jedoch noch nicht bekannt gegeben, wie hoch diese ausfallen oder wie sie erhoben werden sollen.
Die Einführung der Gelben Tonne ist in weniger als drei Jahren geplant, doch es gibt weiterhin Herausforderungen. Mainz muss einen neuen Entsorgungspartner finden und Bedenken hinsichtlich höherer Kosten und möglicher Sortierfehler ausräumen. Der Erfolg des Projekts hängt davon ab, wie gut sich die Bürger an die Änderungen anpassen.






