Lehrergehälter: Bis zu 725 Euro Unterschied pro Monat zwischen den Bundesländern
Claudia SchmidtLehrergehälter: Bis zu 725 Euro Unterschied pro Monat zwischen den Bundesländern
Lehrergehälter in Deutschland unterscheiden sich je nach Bundesland stark – mit Unterschieden von mehreren hundert Euro pro Monat. Das liegt daran, dass Bildung in Deutschland Ländersache ist und nicht bundesweit geregelt wird. Die Gehaltskluft zwischen den Bundesländern kann so groß sein, dass Lehrer in manchen Regionen deutlich mehr verdienen als in anderen.
Die Differenzen haben historische, strukturelle und geografische Gründe. 2026 wird der Abstand zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Durchschnittsgehalt bei rund 8.700 Euro pro Jahr liegen – das entspricht etwa 725 Euro monatlich. Drei Hauptfaktoren bestimmen, wie viel Lehrer in Deutschland verdienen:
Erstens der Beamtenstatus, der oft höhere Gehälter und mehr Jobsecurity bietet. In der ehemaligen DDR hatten Lehrer diesen Status nicht – und die Ungleichheit besteht bis heute fort.
Zweitens spielen Schulform und Besoldungsgruppe eine Rolle. So verdienen etwa Lehrer an weiterführenden Schulen in der Regel mehr als Grundschullehrkräfte. Drittens wirkt sich die historische Teilung zwischen Ost und West aus: Westdeutsche Bundesländer zahlen meist bessere Gehälter.
2026 wird Schleswig-Holstein an der Spitze liegen mit einem durchschnittlichen Lehrergehalt von 56.000 Euro pro Jahr. Das Bundesland bietet auch das höchste mögliche Bruttogehalt von 89.700 Euro. Hamburg folgt mit 54.200 Euro im Schnitt, Rheinland-Pfalz liegt mit 54.000 Euro auf Platz drei.
Bayern, oft als gut zahlende Region wahrgenommen, rangiert mit 52.800 Euro nur auf Platz fünf. Mecklenburg-Vorpommern bildet das Schlusslicht mit einem Durchschnittsgehalt von 47.400 Euro. Auch Thüringen und Sachsen-Anhalt befinden sich am unteren Ende der Skala.
Eine Pensionierungswelle in Ostdeutschland könnte den Druck erhöhen, die Gehälter anzuheben. Viele erfahrene Lehrkräfte scheiden aus dem Berufsleben aus – die Länder könnten gezwungen sein, höhere Löhne zu bieten, um Nachwuchs zu gewinnen.
Die Unterschiede bei den Lehrergehältern spiegeln das dezentrale Bildungssystem Deutschlands wider. Während Bundesländer wie Schleswig-Holstein und Hamburg deutlich besser zahlen, hinken die ostdeutschen Regionen hinterher. Angesichts steigender Pensionierungen und wachsender Nachfrage nach Lehrkräften könnte der Druck, diese Lücken zu schließen, in den kommenden Jahren weiter zunehmen.






