Legendärer Club Himmerich schließt nach 75 Jahren seine Pforten
Die Diskothek Himmerich in Heinsberg (Nordrhein-Westfalen) hat nach 75 Jahren ihre Türen geschlossen. Das einstige lokale Wahrzeichen, das in seiner Geschichte rund 25 Millionen Besucher verzeichnete, ist das jüngste Opfer des dramatischen Rückgangs von Tanzclubs in ganz Deutschland.
Der Schließung folgt ein bundesweiter Trend: Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich die Zahl der Clubs halbiert. Gab es 2015 noch 2.042 Veranstaltungsorte, waren es 2024 nur noch 1.070. Steigende Kosten – von Personalkosten über Sicherheitsaufwand und Künstlerhonorare bis hin zu Energiekosten – haben viele Betreiber an den Rand des Ruins getrieben. Eine Umfrage des Branchenverbands LiveKomm ergab, dass mehr als die Hälfte der verbliebenen Clubs zusätzliche Fördergelder benötigt, um überleben zu können.
Auch in den Städten ist die Lage prekär. Zu den jüngsten Schließungen zählen der Starfish in Aachen und der Untergrund in Bochum. Die Pandemie, Dating-Apps und Streaming-Dienste haben die Nachtlebengewohnheiten nachhaltig verändert. Besonders junge Menschen zeigen immer weniger Interesse an klassischen Clubs und bevorzugen stattdessen Festivals oder gesellige Abende zu Hause.
Als Reaktion auf die Schließung des Himmerich hat eine Online-Petition seit dem 21. März 2026 bereits über 500 Unterschriften gesammelt. Der Club war für viele Kilometer Umkreis der einzige Tanzclub und hinterlässt nun eine Lücke in der regionalen Nachtkultur.
Der Verlust des Himmerich steht exemplarisch für die Krise der deutschen Clubszene. Mit immer weniger Veranstaltungsorten und steigenden Ausgaben bleibt die Zukunft des traditionellen Nachtlebens ungewiss. Für viele Gemeinden bedeutet das: weniger Orte, an denen man zusammenkommen und feiern kann.






