Legendäre Schwabinger 7: Ein Gemälde hält Münchner Nachtleben fest
Ein Stück Münchner Nachtlebensgeschichte wird demnächst in Bruckmühl ausgestellt. Der Künstler Rupert Dorrer hat die ikonische Wand der legendären Kneipe Schwabinger 7 in einem mehrschichtigen Gemälde nachgebildet. Das Kunstwerk, das einst versteigert und vom Denn's Biomarkt erworben wurde, wird nun am Montag um 11 Uhr in einer örtlichen Galerie enthüllt.
Die Schwabinger 7 war einst Münchens berühmteste Bar – ein Treffpunkt für Künstler, Musiker und Stammgäste. Nach ihrem Abriss hinterließ das Gebäude in der Feilitzschstraße 7 kaum Spuren seiner Vergangenheit; es gibt keine Aufzeichnungen darüber, wie es heute genutzt wird oder welche Veränderungen es seitdem durchlaufen hat. Doch der Geist der Bar lebt in Dorrers Werk weiter.
Das 140 Zentimeter breite und 72 Zentimeter hohe Gemälde ist eine Mixed-Media-Arbeit auf Holz. Dorrer schuf es Schicht für Schicht und reproduzierte dabei akribisch ein Foto der Barwand. Er beschreibt es als Symbol der Vergänglichkeit, das einen Moment für die Ewigkeit einfängt.
Unterdessen steht noch immer der Stammtisch aus dem Grünen Eck in der Schwabinger Marktstraße. Hier treffen sich Dorrer und Gerd "Manila" Waldhauser, der ehemalige Wirt der Schwabinger 7, regelmäßig. Ihre Zusammenkünfte halten die Erinnerung an die alte Kneipe wach, selbst wenn ihr physischer Ort langsam in Vergessenheit gerät.
Das Kunstwerk wird der Galerie in Bruckmühl als Leihgabe für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Seine Enthüllung bietet eine seltene Gelegenheit, ein Stück Münchner Kulturgeschichte in Farbe bewahrt zu sehen. Vorerst bleibt das Gemälde eines der letzten sichtbaren Zeugnisse der Blütezeit der Schwabinger 7.