20 March 2026, 14:05

Korrupter Staatsanwalt verrät Drogenhändlern Polizeigeheimnisse für Bestechungsgelder

Schwarzes und weißes Bild eines Mannes in Anzug und Krawatte, der ein Papier mit Text und einem Design hält, einschließlich der Anklage gegen John Porteous.

Warum ein Staatsanwalt Jahre im Gefängnis verbringen muss - Korrupter Staatsanwalt verrät Drogenhändlern Polizeigeheimnisse für Bestechungsgelder

Ein ehemaliger Staatsanwalt aus Hannover ist zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden, nachdem er vertrauliche Polizeierkenntnisse an ein internationales Drogenhändlerring weitergegeben hatte. Der 34-jährige Beamte wurde schuldig gesprochen, zwischen 2020 und 2021 Bestechungsgelder angenommen und Ermittlungsarbeiten unterlaufen zu haben.

Die Straftaten des Staatsanwalts flogen auf, nachdem er am 29. Oktober 2024 festgenommen worden war. Sein Prozess begann im April 2025, wobei er neun der 14 Anklagepunkte einräumte. Durch seine teilweise Kooperation mit den Ermittlern reduzierte sich seine mögliche Strafe von acht Jahren und neun Monaten auf acht Jahre und zwei Monate.

Zwischen Juni 2020 und März 2021 leitete er systematisch verschlüsselte Chatprotokolle und Überwachungsdaten an die Händler weiter. Unter den Decknamen "SA" oder "Cop" übermittelte er die Informationen über Mittelsmänner. Im Gegenzug erhielt er pro Datenleck 5.000 Euro – und verdiente so effektiv das Doppelte seines Gehalts.

Eine Schlüsselfigur des Drogenrings wurde Mitte Februar 2025 in den Vereinigten Arabischen Emiraten unter dem Verdacht des großangelegten Drogenhandels festgenommen. Der mutmaßliche Anführer, ebenfalls 34 Jahre alt, wurde später am 24. Februar 2026 in Ratingen in Untersuchungshaft genommen und sitzt seitdem inhaftiert. Vier weitere Komplizen befinden sich jedoch weiterhin auf freiem Fuß – in Serbien, Kanada und Montenegro.

Auch ein 42-jähriger Boxtrainer aus Hannover wurde wegen seiner Beteiligung an der Bestechungsschieberei verurteilt. Er erhielt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten für seine Unterstützung der Korruption. Der Staatsanwalt selbst zeigte trotz gerichtlicher Reuebekundungen kaum aufrichtige Einsicht.

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Während seiner Tätigkeit in der Drogenermittlungsabteilung bearbeitete der abgefallene Beamte 247 drogenbezogene Fälle. Seine Handlungen verursachten, wie der vorsitzende Richter es nannte, "enorme" Schäden für das öffentliche Vertrauen in die Rechtspflege.

Bisher gab es in Deutschland oder im Ausland keine weiteren Verurteilungen in diesem Fall. Die Behörden warnen jedoch, dass der Wiederaufbau des Vertrauens in den Rechtsstaat Jahre dauern werde. Der Verrat des Staatsanwalts legte gravierende Schwächen im Schutz vertraulicher Ermittlungsdaten offen.

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