23 March 2026, 04:07

Kemptens CSU-Ära endet: Freie Wähler holen sich das Rathaus nach 30 Jahren

Karte von Deutschland mit Bundesländern in Rot und Blau markiert, um die Ergebnisse der Wahl 2016 anzuzeigen, einschließlich der Namen der Kandidaten und des Wahldatums.

Kemptens CSU-Ära endet: Freie Wähler holen sich das Rathaus nach 30 Jahren

Thomas Kiechle, der langjährige CSU-Oberbürgermeister von Kempten, hat nach zwei vollständigen Amtszeiten seine Wiederwahl verpasst. In der Stichwahl sicherte sich Christian Schoch von den Freien Wählern (FW) 55 Prozent der Stimmen und beendete damit die 30-jährige Vorherrschaft der CSU im Rathaus.

Die CSU hatte das Kemptener Rathaus 1996 erstmals erobert, als Ulrich Netzer den damals regierenden SPD-Kandidaten besiegte. Netzer blieb bis 2014 im Amt, bevor er es an Kiechle übergab – den Sohn des ehemaligen Bundeslandwirtschaftsministers Ignaz Kiechle. Seither hat sich die politische Landschaft in Kempten deutlich gewandelt.

Im Laufe der Jahre gewannen die Freien Wähler an Einfluss und stellten 2002 mit Kiechle erstmals den Oberbürgermeister, der 2008, 2014 und 2020 wiedergewählt wurde. Die CSU blieb zwar stärkste Kraft im Stadtrat, ihr Stimmenanteil sank jedoch von 37 Prozent im Jahr 2002 auf 29 Prozent 2020. Die SPD verlor weiter an Bedeutung und fiel von 20 Prozent (1996) auf nur noch 12 Prozent (2020), während die Grünen von 4 auf 18 Prozent wuchsen. Die AfD zog 2014 erstmals in den Stadtrat ein und erreichte 2020 mit 13 Prozent ihren Höchststand.

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Bei der diesjährigen Wahl lag die Wahlbeteiligung bei 43,6 Prozent. Das Ergebnis der Stichwahl bestätigte Schochs Sieg und markiert damit einen deutlichen Bruch mit der jahrzehntelangen CSU-Dominanz.

Das Wahlergebnis spiegelt die tiefgreifenden Verschiebungen im politischen Gefüge Kemptens wider: Die Freien Wähler und die Grünen fordern die traditionelle Vorherrschaft der CSU zunehmend heraus. Schochs Sieg sichert den Freien Wählern das Oberbürgermeisteramt, während die CSU im Stadtrat auf etwa 28 Prozent schrumpft und die Grünen bei rund 19 Prozent liegen.

Quelle