31 May 2026, 18:06

Justiz am Limit: 2.000 Staatsanwälte fehlen – wer stoppt die Krise?

Schwarz-Rot fordert gemeinsam einen "Pakt für Rechtsstaatlichkeit"

Justiz am Limit: 2.000 Staatsanwälte fehlen – wer stoppt die Krise?

Deutschlands Justizsystem leidet unter massivem Personalmangel – Politiker fordern rasches Handeln

Die regierenden Unionsfraktionen von CDU/CSU und die SPD drängen Bund und Länder, die Krise in der Justiz endlich zu bewältigen. Staatsanwaltschaften kämpfen mit immer größeren Bearbeitungsrückständen, während ein geplanter „Pakt für den Rechtsstaat“ durch Neueinstellungen, Digitalisierung und Reformen des Verfahrensrechts Abhilfe schaffen soll.

Laut dem Deutschen Richterbund fehlen bundesweit rund 2.000 Staatsanwältinnen und Staatsanwälte. Die Personalknappheit führt zu Verzögerungen und Ineffizienzen im gesamten Justizapparat – Kritik kommt von mehreren Seiten. Lena Gumnior, rechtspolitische Sprecherin der Grünen, forderte Justizministerin Eva Hubig (SPD) auf, konkrete Maßnahmen zur Abarbeitung der Rückstände zu ergreifen.

Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, betonte, dass mehr Staatsanwälte, Richter und Gerichtspersonal nötig seien, um die Funktionsfähigkeit der Justiz zu gewährleisten. Zwar liege die Personalhoheit bei den Ländern, doch müssten sich alle am vorgeschlagenen Pakt beteiligen. Dieser sieht neben Stellenaufbau auch digitale Modernisierungen und eine grundlegende Reform des Verfahrensrechts vor, um Prozesse zu beschleunigen.

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Carmen Wegge, rechtspolitische Sprecherin der SPD, hob hervor, dass der Pakt gezielt den Personalmangel in der Strafverfolgung bekämpfen solle. Hessen allerdings zieht sich zurück: Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) kündigte an, sein Land werde sich nicht länger an solchen Bund-Länder-Vereinbarungen beteiligen. Stephan Brandner von der AfD machte hingegen „Jahre des politischen Versagens und falsche Prioritätensetzungen“ für die Misere verantwortlich.

Luke Hoß, rechtspolitischer Sprecher der Linken, kritisierte, dass Staatsanwälte mit Bagatelldelikten überlastet seien. Er schlug vor, kleinere Straftatbestände zu reformieren oder abzuschaffen, um Kapazitäten für schwerwiegendere Fälle freizumachen.

Der geplante Pakt zielt darauf ab, die Justiz durch Personalaufbau, Digitalisierung und Rechtsreformen zu stärken. Ohne die Mitwirkung aller Länder jedoch könnten die Maßnahmen die tief verwurzelte Personalkrise nicht ausreichend lösen. Die Diskussion darüber, wie Ressourcen am besten verteilt und Abläufe in deutschen Gerichten effizienter gestaltet werden können, dauert an.

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