17 June 2026, 18:56

Industrie in Deutschland kämpft mit historischem Abschwung und Jobverlusten

Industriekrise: Realit├Ąt schlimmer als Stimmung bei Produktion, Jobs, Insolvenzen, Auftragslage

Industrie in Deutschland kämpft mit historischem Abschwung und Jobverlusten

Deutschlands Industrie leidet unter anhaltendem Abschwung – neue Daten zeigen rückläufige Aufträge und Produktion

Die deutsche Industrie steckt weiterhin in der Krise: Aktuelle Zahlen belegen einen anhaltenden Rückgang bei Aufträgen und Produktion. Besonders betroffen ist die Metall- und Elektroindustrie, die sowohl bei der Nachfrage als auch bei der Beschäftigung deutliche Einbrüche verzeichnet. Bisherige staatliche Stützungsmaßnahmen konnten den Abwärtstrend nicht stoppen.

Die Industrieaufträge gingen im April im Vergleich zum Vormonat um 3,8 Prozent zurück – trotz staatlicher Eingriffe gibt es keine Anzeichen für eine Erholung. Im Dreimonatszeitraum bis April 2026 lagen die Bestellungen um 3,1 Prozent unter denen des Vorquartals. Der Rückgang fiel stärker aus als erwartet, weshalb die März-Daten nach unten korrigiert werden mussten.

Allein im April verzeichnete die Metall- und Elektroindustrie einen Rückgang der Neuaufträge um 5,4 Prozent. Die Produktion in diesem Sektor sank im Vergleich zu den drei Vormonaten um 2,0 Prozent und im Jahresvergleich um 2,7 Prozent. Die Kapazitätsauslastung liegt derzeit bei nur noch 79 Prozent – deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 85 Prozent.

Auch die Beschäftigung leidet unter der Krise. Im April gingen saisonbereinigt 15.600 Arbeitsplätze verloren – der stärkste monatliche Rückgang seit Juli 2020. Damit sank die Gesamtzahl der Beschäftigten auf 3,746 Millionen. Seit 2019 hat die Branche über 300.000 Stellen abgebaut. Die aktuelle Produktion liegt 15 Prozent unter dem Niveau von 2018.

Die wirtschaftliche Belastung zeigt sich zudem in der steigenden Zahl von Unternehmenspleiten. Im Mai 2025 wurden in Deutschland 1.518 Insolvenzen verzeichnet – ein Anstieg von 57 Prozent im Vergleich zum Mai-Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

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Von einer Entspannung der industriellen Talfahrt ist vorerst nichts zu spüren. Aufträge, Produktion und Beschäftigung gehen weiter zurück, während die Insolvenzzahlen steigen. Sowohl die Produktionsleistung als auch die Beschäftigtenzahlen liegen weiterhin deutlich unter den Werten von vor 2019.

Quelle