05 June 2026, 19:32

"In die Sonne schauen" triumphiert bei den Deutschen Filmpreisen mit zehn Auszeichnungen

Deutscher Filmpreis: Und dann spricht Wim Wenders

"In die Sonne schauen" triumphiert bei den Deutschen Filmpreisen mit zehn Auszeichnungen

Die Deutschen Filmpreise ehrten am Wochenende ihre Preisträger – mit emotionalen Reden, Triumphen und Kontroversen.In die Sonne schauen ging als großer Gewinner hervor, während die Veteranin Senta Berger für ihre Hauptrolle stehende Ovationen erhielt. Unterdessen griff Regisseur Wim Wenders eine jahrzehntealte Debatte über einen seiner Filme auf.

Der Abend gehörte vor allem In die Sonne schauen, das mit zehn Auszeichnungen prämiert wurde – darunter die Goldene Lola für den besten Spielfilm. Der Erfolg des Films prägte die Veranstaltung, doch auch die individuellen Leistungen standen im Fokus.

Die 82-jährige Senta Berger wurde als Beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in Ach, diese Lücke, diese schreckliche Lücke geehrt. Ihr Sohn, Regisseur Simon Verhoeven, würdigte sie in einer persönlichen Rede. Lena Urzendowsky, ausgezeichnet als Beste Nebendarstellerin, nutzte ihre Bühne, um zu mehr Empathie und einem Ende der Gewalt aufzurufen – mit dem Appell, Respekt im Film wie in der Gesellschaft zu stärken.

Ein nachdenklicher Moment entstand, als Wim Wenders über Falsche Bewegung sprach, seinen Film von 1975 mit einer Szene der damals 13-jährigen Nastassja Kinski. Er räumte ein, die Szene heute anders drehen zu würden, und stellte die Frage, ob Filme nach ihrer Veröffentlichung verändert werden sollten. Später äußerte Wenders die Hoffnung, die Deutsche Filmakademie werde sich weiter mit dem Thema befassen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Doch nicht nur künstlerische, sondern auch politische Themen prägten den Abend. Akademiepräsident Florian Gallenberger und Moderator Christian Friedel warnten vor dem Aufstieg der rechtspopulistischen AfD. Produzent Ingo Fliess, dessen Film Gelbe Briefe ausgezeichnet wurde, lobte unterdessen die kreative Freiheit in Deutschland als ein Privileg.

Am Ende stand In die Sonne schauen als strahlender Sieger des Abends fest – doch die Diskussionen reichten über das Kino hinaus. Wenders’ Reflexionen über historisches Filmen und die politischen Stellungnahmen zentraler Figuren gaben der Veranstaltung zusätzliche Tiefe. Die Preise zeigten so nicht nur künstlerische Höchstleistungen, sondern auch die laufenden Debatten der Branche.

Quelle