Immer weniger Minijobber schaffen den Sprung in feste Arbeitsverhältnisse
Claudia SchmidtImmer weniger Minijobber schaffen den Sprung in feste Arbeitsverhältnisse
Immer weniger Beschäftigte in Deutschland wechseln von Minijobs – also geringfügigen, schlecht bezahlten Teilzeitstellen – in reguläre Arbeitsverhältnisse. Bis September 2022 hatten nur noch 50.831 diesen Schritt geschafft, ein deutlicher Rückgang gegenüber 102.084 im Jahr 2017. Politiker und Behörden diskutieren nun über die Gründe für diesen Rückgang.
Noch 2017 waren über 100.000 Minijob-Kräfte in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gewechselt. Seither hat sich der Trend umgekehrt. Bis September 2022 lag die Zahl bei nur noch 50.831, mit einer voraussichtlichen Jahresgesamtzahl von etwa 67.775.
Besonders stark ist der Rückgang bei Beziehern von aufstockenden Sozialleistungen. 2017 fanden noch 27,1 Prozent dieser Beschäftigten den Weg in ein reguläres Arbeitsverhältnis. 2022 waren es nur noch 18,6 Prozent.
Die Bundesagentur für Arbeit machte schwache Arbeitsmarktbedingungen für den Rückgang verantwortlich. Hülya Düber, CSU-Bundestagsabgeordnete, kritisierte, das System biete zu wenig Anreize: "Arbeit lohnt sich einfach zu selten." Jan Feser von der AfD warf der Agentur vor, sie gehe das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit nicht wirksam an. Zudem behauptete er, Minijobs seien für viele zu einer dauerhaften, aber ausbeuterischen Beschäftigungsform geworden.
Die Zahl der Minijob-Kräfte, die in stabile Arbeitsverhältnisse wechseln, hat sich seit 2017 halbiert. Angesichts fehlender Anreize und eines schwächeren Arbeitsmarktes scheint der Ausstieg aus prekären Beschäftigungsformen ins Stocken geraten zu sein. Behörden und Politiker prüfen weiterhin, wie sich dieser Trend umkehren lässt.






