Hunderte Apotheken in MV schließen am Montag aus Protest gegen stagnierende Gebühren
Hannah Fuchs80 Prozent der MV Apotheken am Montag geschlossen - Hunderte Apotheken in MV schließen am Montag aus Protest gegen stagnierende Gebühren
Hunderte Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern werden an diesem Montag ihre Türen schließen – als Teil eines bundesweiten Protests. Die Schließungen sind die Folge jahrelanger stagnierender Gebühren und steigender Kosten, die Apotheker dazu zwingen, von der Regierung dringendes Handeln zu fordern. Notdienste bleiben jedoch davon unberührt.
Der Protest am 23. März 2026 ist der vorläufige Höhepunkt eines langwierigen Streits um die Apothekenvergütung. Die sogenannten Fixhonorare sind seit 2013 unverändert geblieben, obwohl sich die Betriebskosten um 65 Prozent erhöht haben. Die Bundesapothekerkammer (ABDA) besteht darauf, dass die Koalition ihr Versprechen aus dem Jahr 2021 einlöst und die Erstattungssätze anhebt.
Mehr als 80 Prozent der nicht notdiensthabenden Apotheken in der Region werden voraussichtlich für einen Tag schließen. Bei rund 350 Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern wird der Streik fast alle Gemeinden betreffen. Patienten werden aufgefordert, nicht dringende Besuche auf Dienstag zu verschieben – die Notdienstapotheken bleiben jedoch wie gewohnt geöffnet.
Der Protest beschränkt sich nicht auf die Region: Auch in Berlin, München, Düsseldorf und Hannover sind Kundgebungen geplant. Gesundheitsministerin Nina Warken hat die Probleme anerkannt und kündigte Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stabilisierung durch neue Verordnungen an. Unterdessen bestätigte der CSU-Politiker Stephan Pilsinger, dass die seit Langem vereinbarte Erhöhung der Gebühr um 9,50 Euro bald umgesetzt werde. Die Krankenkassen lehnen jedoch eine pauschale Anhebung ab und setzen stattdessen auf gezielte Unterstützung für ländliche Apotheken.
Die Apotheker warnen, dass ihre Funktion als dezentrales Medikamentenreservoir Deutschlands auf dem Spiel stehe. Ohne sofortige Anpassungen der Vergütung drohe eine weitere Belastung für ein ohnehin schon überlastetes System.
Der bundesweite Protest unterstreicht die wachsende Verärgerung unter Apothekern über ausbleibende finanzielle Zugeständnisse. Zwar signalisiert die Regierung Gesprächsbereitschaft, doch der Widerstand der Krankenkassen gegen einheitliche Gebührenerhöhungen erschwert eine Lösung. Bis auf Weiteres müssen sich die Patienten in Mecklenburg-Vorpommern auf die Schließung der meisten Apotheken am Montag einstellen.






