12 June 2026, 12:05

Historisches Gasthaus "Grüne Tanne" in Halle verrottet – Stadt kämpft gegen Verfall und Gefahren

Historisches Ensemble an der Mansfelder Straße zerfällt nach Insolvenz des Hauptinvestors - Stadt prüft Übernahme, potenzieller neuer Investor im Visier

Historisches Gasthaus "Grüne Tanne" in Halle verrottet – Stadt kämpft gegen Verfall und Gefahren

Der historische Gebäudekomplex an der Ecke Mansfelder Straße und Tuchrahmen in Halle (Saale) befindet sich in einem dramatischen Verfallszustand. Das zum Ensemble gehörende Gasthaus „Grüne Tanne“ steht seit Jahren leer, seine Fassade ist mit Graffiti übersät und von wildem Bewuchs überwuchert.

Der Niedergang der Anlage verschärfte sich nach einem Brand im Jahr 2021, der die ohnehin brüchigen Strukturen weiter destabilisierte. Der Projektentwickler Norsk hatte geplant, die historischen Gebäude zu sanieren, moderne Neubauten zu ergänzen und eine Tiefgarage zu errichten. Doch die Arbeiten kamen zum Erliegen, als das Unternehmen insolvent wurde.

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Die Insolvenz des Eigentümers hat die Pattsituation weiter verschärft – Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter ziehen sich hin. Mittlerweile stellt die Baustelle eine Gefahrenzone dar, da einsturzgefährdetes Mauerwerk droht. Die Stadt musste den Gehweg entlang des Komplexes absperren. Der zuständige Stadtvertreter René Rebenstorf bezeichnet die Lage als „alarmierend“, setzt sich aber weiterhin für den Erhalt der historischen Bausubstanz ein.

Ein auf Denkmalsanierung spezialisiertes Unternehmen hat inzwischen Interesse bekundet, die bestehenden Gebäude zu retten – allerdings ohne zusätzliche Neubebauung. Das Gasthaus „Grüne Tanne“ steht bereits seit 15 Jahren in Folge auf der „Roten Liste“ der bedrohten Kulturdenkmäler der Stadt.

Gegen den insolventen Eigentümer leitet die Stadt nun rechtliche Schritte ein, um die Blockade zu lösen. Zudem werden Notfallmaßnahmen geprüft, um den Gehweg kurzfristig wieder für Fußgänger freizugeben. Während die Gespräche andauern, bleibt das Schicksal des historischen Ensembles ungewiss.

Quelle