Hettich verschiebt Lohnerhöhung – Mitarbeiter warten ein Jahr länger
Hettich verschiebt geplante Lohnerhöhung um ein Jahr
Der Möbelbeschläge-Hersteller Hettich mit Sitz in Kirchlengern hat eine geplante Lohnerhöhung von 3,1 Prozent für seine Mitarbeiter verschoben. Die Entscheidung fällt in eine Phase anhaltender finanzieller Schwierigkeiten des Unternehmens. Ursprünglich sollten die Beschäftigten die Gehaltserhöhung zum 1. April erhalten – nun wird sie um zwölf Monate aufgeschoben.
Die Branche für Möbelbeschläge kämpft seit 2020 mit Lieferkettenproblemen, steigender Inflation und einem Bauboom-Nachlass nach der Pandemie. Auch Hettichs Gewinne litten unter der Krise: Die EBIT-Marge sank 2023 auf etwa acht Prozent – vor der Corona-Pandemie hatte sie noch bei zwölf Prozent gelegen. Zwar zeichnete sich 2024 eine leichte Erholung ab, da die Nachfrage in Europa und Asien stabiler wurde, doch der finanzielle Druck bleibt bestehen.
Um Kosten zu sparen, schlug das Unternehmen vor, die Lohnerhöhung zu verschieben, die vielen Beschäftigten jährlich über 1.000 Euro mehr eingebracht hätte. Hettich betont, man habe transparent kommuniziert und den Mitarbeitern eine individuelle Entscheidung ermöglicht. Über 90 Prozent der Belegschaft stimmten der Verschiebung zu – eine Maßnahme, die dem Unternehmen zufolge mehrere Millionen Euro einspart.
Kritik kommt jedoch von der Gewerkschaft IG Metall. Sie wirft Hettich vor, unzulässigen Druck auf die Beschäftigten auszuüben und sich seinen finanziellen Verpflichtungen zu entziehen. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.
Die ausstehende Lohnerhöhung bleibt nun für ein weiteres Jahr ausgesetzt. Hettich erhofft sich durch die Verschiebung eine Entlastung der Finanzlage, während der Betrieb aufrechterhalten wird. Die Mitarbeiter müssen stattdessen länger auf die ursprünglich für April zugesagte Gehaltsanpassung warten.






