Hanau schafft neue Wege in den Arbeitsmarkt für Langzeitarbeitslose und Geflüchtete
Finn SimonHanau schafft neue Wege in den Arbeitsmarkt für Langzeitarbeitslose und Geflüchtete
Hanau hat neue Initiativen gestartet, um Langzeitarbeitslose, junge Erwachsene ohne Abschluss und Geflüchtete in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Stadt arbeitet dabei mit lokalen Organisationen zusammen, um Ausbildungsmöglichkeiten, Arbeitsplätze in Praktika sowie finanzielle Förderung zu schaffen. Ziel ist es, durch Bildung, praktische Erfahrung und finanzielle Anreize Hindernisse auf dem Weg in die Beschäftigung abzubauen.
Die Arbeitsmarktstrategie der Stadt basiert auf drei zentralen Säulen: eine bessere Abstimmung zwischen lokalen Partnern, die Sicherung von Fachkräften durch gezielte Qualifizierung und der verbesserte Zugang zu Jobs für alle Bürgerinnen und Bürger. Hanau kooperiert dafür mit dem Jobcenter, dem Sozialamt, der BAUprojekt Hanau GmbH, dem Hanauer Servicebetrieb für Infrastruktur (HSI) und der Martin-Luther-Stiftung, um maßgeschneiderte Programme zu entwickeln.
Der Hanauer Servicebetrieb für Infrastruktur (HSI) bietet Praktikumsplätze im öffentlichen Dienst an – etwa im Straßen- und Kanalbau, in der Grünflächenpflege, der Abfallwirtschaft und der Straßenreinigung. Diese Einsätze vermitteln den Teilnehmenden praktische Berufserfahrung und kommen gleichzeitig lokalen Bedürfnissen entgegen. Zudem gibt es spezielle Fördermittel: Lohnzuschüsse von bis zu 100 Prozent für Arbeitgeber, die Langzeitarbeitslose einstellen.
Das Jobcenter, das gemeinsam von der Stadt und der Bundesagentur für Arbeit betrieben wird, bietet einen gemeinsamen Arbeitgeberservice an. Dieser unterstützt Unternehmen bei der Personalgewinnung, der Organisation von Weiterbildungen und der Beantragung von Fördergeldern für Neueinstellungen. Die Martin-Luther-Stiftung hingegen eröffnet mit niedrigschwelligen Qualifizierungsangeboten den Einstieg in Pflegeberufe. Dazu gehören ein einjähriges Programm für Altenpflegehelfer:innen sowie ein 18-monatiger Lehrgang für Pflegeassistent:innen. Die Stiftung bietet zudem Berufsausbildungen in anderen Bereichen an, etwa zum Koch bzw. zur Köchin, im Büromanagement, in der IT-Systemintegration oder im Gastgewerbe.
Ein weiteres Projekt, die "Gemeinschaftsarbeitsgelegenheiten", wird in der Gemeinschaftsunterkunft am Sportfeld ausgeweitet. Bewohner:innen, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (Bürgergeld) beziehen, können daran teilnehmen. Ab dem 1. Januar 2026 übernimmt Hanau als kreisfreie Stadt selbst die Verwaltung der Grundsicherungsleistungen für Arbeitssuchende.
Die neuen Programme kombinieren Qualifizierung, Arbeitserfahrung und finanzielle Unterstützung, um benachteiligten Gruppen den Weg in ein stabiles Beschäftigungsverhältnis zu ebnen. Durch die engere Zusammenarbeit lokaler Akteure will die Stadt nachhaltige Perspektiven für Menschen schaffen, die bisher Schwierigkeiten beim Einstieg in den Arbeitsmarkt hatten. Die Maßnahmen bereiten Hanau zudem auf den anstehenden Status als kreisfreie Stadt im Jahr 2026 vor.






