Hamburger Kinder- und Jugendarbeit droht wegen Geldmangels das Aus
Der Verband für Kinder- und Jugendarbeit (VKJH) in Hamburg steht wegen chronischer Unterfinanzierung vor einer möglichen Schließung. Die Organisation, die 17 Einrichtungen und 27 Projekte betreibt, hat nie eine stabile finanzielle Absicherung für ihre Zentrale erhalten. Ohne schnelle Hilfsmaßnahmen bleibt ihre Zukunft ungewiss.
Der VKJH fördert Abenteuerspielplätze, Jugendclubs, Familienzentren sowie das Gesundheitsprojekt Mimi für Migrantengemeinschaften. Mit 90 fest angestellten und 150 freiberuflichen Mitarbeitenden kann er kaum die grundlegenden Verwaltungskosten decken. Ein zusätzlicher Jahresbedarf von 120.000 Euro würde die Finanzierung einer Geschäftsführung und einer administrativen Stelle ermöglichen.
Zudem droht die Hamburger Bildungsbehörde, die 2017 eingerichtete Ombudsstelle OHA! Anwältin für Kinder- und Jugendrechte aufzulösen. Seit 2021 bearbeitet diese Stelle jährlich rund 300 Beratungsanfragen. Geplant ist nun eine Zusammenlegung mit einer neuen Ombudsstelle für Kitas, was eine Neuausschreibung des Vertrags nach sich ziehen würde.
Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe (BNO) hat sich eingeschaltet und warnt vor einer erneuten Ausschreibung. Falls bis Ende Juni keine Finanzierungslösung gefunden wird, erwägt der VKJH, alle seine Angebote auf die Bezirksämter zu übertragen.
Der VKJH ist das einzige spezialisierte Netzwerk für offene Kinder- und Jugendangebote in Hamburg. Seine Schließung würde eine erhebliche Versorgungslücke für junge Menschen und Familien hinterlassen. Die Organisation muss dringend gesicherte Mittel aufbringen, um ihre Arbeit über Juni hinaus fortführen zu können.






