GSM-R-Ausfall legt Deutschlands Güterverkehr auf der Schiene lahm – Branche fordert radikale Reformen
Finn SimonGSM-R-Ausfall legt Deutschlands Güterverkehr auf der Schiene lahm – Branche fordert radikale Reformen
Deutschlands Güterverkehr auf der Schiene steht vor schweren Einschränkungen nach einem bundesweiten Ausfall des GSM-R-Funknetzes für den Bahnverkehr. Die Störung löste weitreichende Betriebsstörungen aus – besonders an Christi Himmelfahrt – und legte erneut die strukturellen Probleme des Schienennetzes offen.
Durch den Zusammenbruch des GSM-R-Systems kam der Güterverkehr nahezu zum Erliegen. Unternehmen meldeten tagelange Ausfälle, da Stellwerks- und Leitstellen nicht mehr erreichbar waren. Die Branche blieb ohne funktionierende Notfallprotokolle in der Krise zurück.
Neele Wesseln, Geschäftsführerin des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen (NEE), kritisierte die DB InfraGO scharf für die anhaltenden Betriebsprobleme. Die Mängel des Infrastrukturbetreibers belasteten den Güterverkehr in nicht tragbarer Weise, so Wesseln. Der Verband fordert nun eine strengere staatliche Aufsicht über die DB InfraGO, um künftige Ausfälle zu verhindern.
Als Reaktion hat der Verband den Verkehrsausschuss des Bundestags aufgefordert, die aktuellen Störungen umgehend zu behandeln. Zudem wird die Schaffung eines unabhängigen Bundesamts für Schieneninfrastruktur (BASchi) gefordert, das den Betreiber überwachen und steuern soll. Die Güterverkehrsunternehmen befinden sich in einem Dauer-Krisenmodus, der Lieferketten belastet und die Mitarbeiter an ihre Grenzen bringt.
Die genauen wirtschaftlichen Folgen für die Güterbahnunternehmen sind noch unklar. Der Verband pocht auf schnelle Maßnahmen zur Stabilisierung der Schieneninfrastruktur, um weitere Schäden für die Lieferketten zu verhindern. Das geplante BASchi-Amt soll langfristige Lösungen für die anhaltenden Probleme bieten.
