Grüne in Rheinland-Pfalz setzen nach Wahlniederlage auf rein weibliche Führung
Hannah FuchsGrüne in Rheinland-Pfalz setzen nach Wahlniederlage auf rein weibliche Führung
Die Grünen in Rheinland-Pfalz wählen erstmals rein weibliche Führung nach Wahlniederlage
Nach der Landtagswahl, bei der die Grünen in Rheinland-Pfalz Stimmenverluste hinnehmen mussten, haben sie ein neues, rein weiblich besetztes Führungsteam gewählt. Katrin Eder übernimmt nun den Vorsitz der Landtagsfraktion in Mainz, während Christin Sauer und Carolin Cloos als gleichberechtigte Landesvorsitzende gewählt wurden. Die personellen Veränderungen folgen auf einen Wahlkampf, der von Rückschlägen und inneren Umbrüchen geprägt war.
Bei der Landtagswahl erreichten die Grünen 7,9 Prozent der Stimmen – ein Rückgang um 1,4 Prozentpunkte. Dennoch konnten sie zehn Mandate im neuen Landtag behalten. Zu den gewählten Abgeordneten zählen Paul Bunjes und Natalie Cramme-Hill, die künftig im Mainzer Parlament mitwirken werden.
Katrin Eder wurde zur neuen Fraktionsvorsitzenden bestimmt. Ihr Wahlkampf stand jedoch in der Kritik, nachdem ihr vorgeworfen worden war, sich für ein Projekt Verantwortung zugeschrieben zu haben, das sie nicht geleitet hatte. Christin Sauer, seit 2019 Stadträtin in Mainz, setzte sich bereits im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit als eine der beiden Landesvorsitzenden durch. Zuvor hatte sie von Ende 2021 bis Anfang 2025 den Mainzer Grünen-Kreisverband geleitet.
Carolin Cloos wurde mit 72,28 Prozent der Stimmen zur zweiten Landesvorsitzenden gewählt. Sauer betonte im Anschluss die Notwendigkeit direkter Bürgerkontakte, um das Vertrauen in die Politik der Partei zurückzugewinnen. Erstmals in der Geschichte der rheinland-pfälzischen Grünen besteht der Landesvorstand damit ausschließlich aus Frauen.
Mit der neu formierten Führung und einer zwar geschrumpften, aber weiterhin bedeutenden parlamentarischen Präsenz beginnen die Grünen die neue Legislaturperiode. Eder als Fraktionschefin sowie Sauer und Cloos als Doppelspitze werden die strategische Ausrichtung der Partei prägen. Im Fokus wird dabei vermutlich stehen, vergangene Kontroversen aufzuarbeiten und gleichzeitig die Basisarbeit zu stärken.






