Grüne fordern Reform der veralteten Bestattungsgesetze aus der NS-Zeit
Claudia SchmidtGrüne fordern Reform der veralteten Bestattungsgesetze aus der NS-Zeit
Deutschlands Bestattungsgesetze stehen nach Forderungen der Grünen nach einer Reform erneut in der Kritik. Die aktuellen Regeln, die auf Gesetzen aus der NS-Zeit beruhen, schreiben vor, dass Beerdigungen in der Regel nur auf offiziellen Friedhöfen stattfinden dürfen – es sei denn, man ist vermögend oder prominent. Nun drängen einige Bundesländer auf Änderungen, um mehr Flexibilität und Gerechtigkeit bei der letzten Ruhe zu ermöglichen.
Die strenge Friedhofsregelung geht auf das Jahr 1934 zurück, als das "Reichsgesetz über die Feuerbestattung" eingeführt wurde. Dieses Gesetz beschränkte Bestattungen auf offizielle Friedhöfe – eine Vorschrift, die im Wesentlichen bis heute gilt. Nur Kommunen, große Kirchen und anerkannte Religionsgemeinschaften dürfen alternative Orte wie Gedenkforste ausweisen.
In der Praxis gibt es jedoch Ausnahmen. In Niedersachsen müssen normale Bürger auf Friedhöfen bestattet werden, während prominente Persönlichkeiten – wie der ehemalige Ministerpräsident Ernst Albrecht – auf Privatgrund begraben werden dürfen. Albrecht fand seine letzte Ruhe auf dem Anwesen der Familie von der Leyen in Burgdorf, was die Ungleichbehandlung verdeutlicht.
Die Grünen kritisieren dieses System seit Langem. Ihr Vorstoß von 2003 für mehr Bestattungsoptionen scheiterte, obwohl sie später durchsetzten, dass Grabsteine aus Kinderarbeit verboten wurden. Jetzt fordern sie eine grundlegende Reform und plädieren für ein Gesetz, das auf "dem Recht der Bürger auf Selbstbestimmung und ökologische Nachhaltigkeit" basiert. Ihr Ziel ist es, das Privileg abzuschaffen, das es Wohlhabenden und Berühmtheiten ermöglicht, die Friedhofsregeln zu umgehen.
Rechtliche Herausforderungen gegen das System sind nicht neu. Bereits 1963 entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass die Pflicht, Trauer an einem bestimmten Ort auszudrücken, gegen Verfassungsrechte verstößt. Doch der Wandel vollzieht sich nur langsam. Einige Bundesländer wie Rheinland-Pfalz und Bremen haben die Vorschriften bereits gelockert, doch die niedersächsischen Grünen wollen weitergehen und die Doppelmoral vollständig abschaffen.
Die Debatte über Deutschlands Bestattungsgesetze dreht sich um Fairness und Wahlfreiheit. Sollten die Reformen durchkommen, könnten normale Bürger dieselben Freiheiten erhalten, die heute noch der Elite vorbehalten sind. Bis dahin setzt sich die Forderung nach Veränderung fort – mit den Grünen an der Spitze, die ein System anstreben, das sowohl persönliche Wünsche als auch ökologische Belange respektiert.






