03 April 2026, 16:12

Geisterrad als stummes Mahnmal für tödlichen Radunfall in Zwintschöna

Gruppe von Menschen auf Fahrrädern auf einer Straße unterwegs, Frau vorne mit einem Schild "Exit Racism"

Geisterrad als stummes Mahnmal für tödlichen Radunfall in Zwintschöna

Ein weiß lackiertes Geisterrad steht nun am Friedrichsbad in Zwintschöna als Mahnmal für einen 64-jährigen Radfahrer, der bei einem Unfall ums Leben kam. Die Installation markiert die Stelle, an der es im Juni 2025 auf der Landesstraße 167 zum tödlichen Zusammenstoß mit einem Auto kam. Aktivisten betonen, dass das Rad zugleich als Warnung vor den Gefahren von Hochgeschwindigkeitsstraßen ohne sichere Radinfrastruktur dienen soll.

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Der Radfahrer starb am 20. Juni 2025, nachdem er auf der Landesstraße 167 – wo Tempo bis zu 100 km/h erlaubt ist – von einem Fahrzeug erfasst worden war. Das Geisterrad wurde am 1. April 2026 am Unfallort aufgestellt und ist damit das einzige dokumentierte Mahnmal dieser Art in Sachsen-Anhalt.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), Deutschlands größter Fahrradverband, kritisiert die Straßenführung und die zulässige Höchstgeschwindigkeit als gefährlich. Die Organisation fordert eine sofortige Reduzierung auf 70 km/h an der Kreuzung Reideburger Straße / Am Friedrichsbad. Zudem wirft der ADFC der Landesstraßenbaubehörde (LSBB) vor, entlang der Landesstraße 167 keine geschützten Radwege gebaut zu haben, sodass Radfahrer dem schnellen Verkehr schutzlos ausgesetzt seien.

Über die Tempolimits hinaus setzt sich der ADFC für einen baulich getrennten Radweg entlang der gesamten Strecke ein. Langfristig verfolgt der Verband das Ziel der Vision Zero – ein Verkehrssystem ohne Tote oder Schwerverletzte. Die Organisation warnt, dass ohne Veränderungen Landstraßen wie diese für Radfahrer weiterhin ein hohes Risiko darstellen.

Das Geisterrad am Friedrichsbad steht nun als Mahnmal und Appell zum Handeln. Die Behörden geraten zunehmend unter Druck, die Geschwindigkeiten zu senken und die Radinfrastruktur auf der Landesstraße 167 zu verbessern. Bisher gibt es in der Region keine weiteren vergleichbaren Gedenkstätten – dieser Fall bleibt damit das einzige dokumentierte Zeichen für tödliche Radunfälle in Sachsen-Anhalt.

Quelle