Frauendemo in Berlin-Kreuzberg endet mit Pyrotechnik und Festnahmen vor dem 1. Mai
Claudia SchmidtFrauendemo in Berlin-Kreuzberg endet mit Pyrotechnik und Festnahmen vor dem 1. Mai
Über 2.000 Menschen zogen am Donnerstagabend durch die Straßen von Berlin-Kreuzberg zur jährlichen Frauendemonstration vor dem 1. Mai. Die von leidenschaftlichen Reden und einer angespannten Stimmung geprägte Veranstaltung brachte Protestierende auf die Straße, die gegen Rassismus, Queerfeindlichkeit und Frauenhass in der Gesellschaft mobilmachen wollten. Die Polizei war mit einem Großaufgebot präsent – rund 1.800 Beamte waren während der Walpurgisnacht und des Marsches im Einsatz.
Die Demonstration startete am Kottbusser Damm und zog sich anschließend in Richtung Köpenicker Straße. Die Organisatorinnen hatten eine Route durch das Viertel geplant, doch die Kundgebung endete etwa zehn Minuten früher als vorgesehen. Während des Zuges wurden Pyrotechnik gezündet und Gegenstände in Richtung der Polizeikräfte geworfen.
Die Teilnehmenden machten mit einer gemeinsamen Erklärung ihre Haltung deutlich: "Es ist an der Zeit, unsere Wut zu bündeln und uns gegen rassistische, queerfeindliche und frauenverachtende Belästigung auf unseren Straßen zu wehren – sowie gegen die patriarchale Gesellschaft, die sie erst möglich macht. Wir weigern uns, uns anzupassen; stattdessen holen wir uns zurück, was uns rechtmäßig zusteht." Die Polizei korrigierte später ihre Schätzung der Teilnehmerzahl auf etwa 2.600 Menschen – mehr als zunächst gemeldet.
Die Veranstaltung verlief nicht ohne Zwischenfälle. Vier Fälle von Sachbeschädigung wurden registriert, darunter an Privatfahrzeugen und Polizeifahrzeugen. Zudem wurde eine Person wegen Beleidigung eines Beamten festgenommen. Trotz der Spannungen kam es zu keiner größeren Eskalation.
Die Kundgebung endete vorzeitig und hinterließ verstreute Schäden sowie eine verstärkte Polizeipräsenz. Die Behörden werden die Vorfälle, darunter die Festnahme und die Sachbeschädigungen, voraussichtlich im Rahmen der Nachbereitung auswerten. Die Demonstration unterstrich erneut die anhaltenden Forderungen nach gesellschaftlichem Wandel im Vorfeld der Maifeierlichkeiten.






