02 April 2026, 14:07

EMAF zeigt umstrittenen Film von Larissa Sansour – Kunstfreiheit oder Provokation?

Plakatankündigung für ein Festival in München, Deutschland, mit einem Bild einer Frau mit menschlichem Gesicht, umgeben von Menschen und Bäumen, mit Text.

EMAF zeigt umstrittenen Film von Larissa Sansour – Kunstfreiheit oder Provokation?

Das European Media Art Festival (EMAF) in Osnabrück hat beschlossen, einen Kurzfilm der palästinensischen Künstlerin Larissa Sansour, die unter dem Künstlernamen Al-Sharif bekannt ist, zu zeigen. Die Entscheidung sorgt für Kontroversen, da Kritiker der Filmemacherin Antisemitismus und Unterstützung für die BDS-Bewegung vorwerfen. Trotz der Rückschläge halten die Veranstalter an ihrer Wahl fest und betten sie in das diesjährige Festivalmotto von künstlerischer Freiheit und Verantwortung ein.

Die Entscheidung des Festivals stößt bei lokalen Politikern auf geteilte Reaktionen: Einige verteidigen die Meinungsfreiheit, andere mahnen zur Zurückhaltung. Die jährliche Förderung der Stadt in Höhe von etwa 150.000 Euro bleibt jedoch unverändert.

Der umstrittene Film "Morning Circle" wird im Rahmen des EMAF-Programms 2026 gezeigt. Das diesjährige Festivalthema "An Incomplete Assembly" (Eine unvollendete Versammlung) lotet das Spannungsfeld zwischen künstlerischer Freiheit und Verantwortung aus – ein Thema, das durch die Einbindung Al-Sharifs nun besonders in den Fokus rückt. Kritiker verweisen weniger auf ihre künstlerischen Werke als vielmehr auf frühere Äußerungen in sozialen Medien, die sie als antisemitisch einordnen.

Der Osnabrücker Kulturdezernent Wolfgang Beckermann gab offen zu, dass er sich gewünscht hätte, das Festival hätte auf Al-Sharifs Beitrag verzichtet. Seine Haltung deckt sich mit der des niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies, der sich von der Entscheidung distanziert. Die Landesregierung betont zwar die Unabhängigkeit des Festivals, lehnt Antisemitismus entschieden ab und ruft zu einem respektvollen Dialog auf.

Befürworter der Festivalentscheidung warnen vor Zensur. Thomas Groß, Oberbürgermeisterkandidat der Linken, argumentiert, dass das Schweigen palästinensischer Stimmen unter dem Vorwand der Antisemitismusbekämpfung notwendige Debatten ersticken könnte. Das EMAF verweist zudem auf seine langjährige Zusammenarbeit mit palästinensischen, jüdischen und israelischen Künstlern und präsentiert sein Programm als inklusiv.

Stand April 2026 haben weder die israelische Regierung noch israelische Medien öffentlich auf die Festivalentscheidung reagiert. Die jährliche Förderung der Stadt Osnabrück in Höhe von 150.000 Euro bleibt bestehen und sichert dem EMAF trotz der anhaltenden Diskussionen die finanzielle Stabilität.

Die Vorstellung von Al-Sharifs Film wird wie geplant stattfinden und unterstreicht den Fokus des Festivals auf künstlerischen Ausdruck und Verantwortung. Die lokalen Behörden haben zwar ihre klare Haltung gegen Antisemitismus bekräftigt, greifen aber nicht in die Programmgestaltung ein. Bei unangetasteter Förderung und ohne offizielle Reaktion aus Israel dreht sich die Debatte nun um die Frage, wo die Grenze zwischen Meinungsfreiheit und Verantwortung in der Kunst zu ziehen ist.

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