20 March 2026, 06:09

Ein verzweifelter Plan: Wie Juden 1938 ihre Flucht aus Nazi-Deutschland finanzieren wollten

Gruppe von Menschen mit einem Banner, auf dem "Deutschland, Lagerland Migration ist kein Verbrechen" steht, vor einem Gebäude mit Fenstern, umgeben von Gras, einem Metallzaun, Pflanzen, Bäumen und Fahnen mit Stangen unter einem bewölkten Himmel.

Ein verzweifelter Plan: Wie Juden 1938 ihre Flucht aus Nazi-Deutschland finanzieren wollten

Ende der 1930er-Jahre sahen sich jüdische Gemeinden einer wachsenden Verzweiflung ausgesetzt, als das nationalsozialistische Deutschland seine Verfolgung weiter verschärfte. Da die Auswanderung zunehmend schwieriger wurde, entstand ein kühner finanzieller Plan, um Juden die Flucht nach Palästina zu ermöglichen. Das Vorhaben zielte darauf ab, 50 Millionen Dollar aufzubringen – eine damals astronomische Summe –, um die groß angelegte Umsiedlung zu beschleunigen.

Die Krise hatte 1933 begonnen, als Adolf Hitler an die Macht kam und allein in diesem Jahr 54.400 Juden zur Flucht aus Deutschland zwang. Bis 1935 entzogen die Nürnberger Gesetze den deutschen Juden die Staatsbürgerschaft und degradierten sie zu Bürgern zweiter Klasse. Viele versuchten zu fliehen, doch das NS-Regime errichtete finanzielle Hürden, darunter Enteignungen und die "Reichsfluchtsteuer", die die Ausreise extrem verteuerte.

Eine Delegation jüdischer Führungspersönlichkeiten aus Deutschland schlug später vor, Umsiedlungsmöglichkeiten auch außerhalb Palästinas zu erkunden – etwa in westliche Länder oder nach Afrika. Doch selbst denen, die es schafften zu entkommen, blieben die Türen verschlossen. Im Juni 1939 wurde über 900 jüdischen Passagieren an Bord der SS St. Louis sowohl von Kuba als auch von den USA die Einreise verweigert; das Schiff trieb hilflos vor der Küste Floridas.

Mitten in dieser Notlage brachte Professor Dr. Stephen Wise 1938 einen ehrgeizigen Plan vor. Er forderte jüdische Gemeinden weltweit auf, sich zusammenzuschließen, um 50 Millionen Dollar zu sammeln. Die Mittel sollten helfen, die finanziellen und bürokratischen Hindernisse zu überwinden, die Juden die Ausreise aus Deutschland und die Ansiedlung in Palästina verwehrten.

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Der Vorschlag erforderte eine beispiellose Zusammenarbeit zwischen jüdischen Organisationen auf der ganzen Welt. Bei Erfolg hätte er Tausenden, die unter der NS-Herrschaft gefangen waren, die Flucht erleichtert. Doch die Herausforderungen – sowohl finanzieller als auch politischer Natur – blieben gewaltig, während die Zeit bis zum Ausbruch des Krieges immer knapper wurde.

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