04 April 2026, 12:08

Deutschlands Wirtschaft bremst stark: Prognosen halbiert durch Energieschock und Iran-Konflikt

Schwarzer Hintergrund mit weißer Schrift, die "Prognose vs Vorhersage: Vorhersage ist über Gewissheit, und Prognose ist über die Wertschätzung von Unsicherheit." liest

Deutschlands Wirtschaft bremst stark: Prognosen halbiert durch Energieschock und Iran-Konflikt

Die Wirtschaftslage Deutschlands hat sich deutlich eingetrübt: Führende Forschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognosen für 2026 und 2027 drastisch nach unten korrigiert. Die deutliche Abwärtsrevision folgt auf einen rasanten Anstieg der Energiepreise, ausgelöst durch die Eskalation des Iran-Konflikts. Experten warnen nun vor anhaltend hoher Inflation und einer schwächeren Konjunktur in den kommenden Jahren.

Sechs renommierte Wirtschaftsforschungsinstitute aus Deutschland und Österreich haben ihre Wachstumsprognose für 2026 halbiert – von 1,2 % auf nur noch 0,6 %. Der Rückgang der Erwartungen kommt nach Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar 2026, der die Preise für Brent-Rohöl um 54 bis 57 % und die europäischen Gaspreise um 60 bis 61 % in die Höhe getrieben hat. Die Blockade der Straße von Hormus bedroht rund ein Fünftel der globalen Öl- und Flüssiggasversorgung (LNG) und trifft Europa besonders hart.

Die Diesel-Futures in der Region haben mit den höchsten Werten seit Oktober 2022 ein neues Niveau erreicht. Zudem drohen Deutschland weitere Kürzungen der russischen Gaslieferungen, was die Energiekrise weiter verschärfen würde. Die Inflation wird nun für 2026 auf durchschnittlich 2,8 % und für 2027 auf 2,9 % geschätzt – deutlich höher als bisher angenommen. Die Wachstumsprognose für 2027 wurde von 1,4 % auf 0,9 % reduziert.

Timo Wollmershäuser, Leiter der Konjunkturforschung am Münchner ifo Institut, führte die Wachstumsabschwächung auf den Energieschock zurück. Gleichzeitig betonte er, dass die expansive Finanzpolitik die Binnennachfrage stütze. Die Institute warnten vor kurzfristigen staatlichen Maßnahmen zur Deckelung der Energiepreise und sprachen sich stattdessen für gezielte soziale Hilfen aus. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) forderte als Reaktion mutige Reformen, um den gedämpften Wachstumsaussichten entgegenzuwirken.

Die Bundesregierung wird am 22. April ihre eigenen Wirtschaftprognosen vorlegen, die auf den aktuellen Erkenntnissen der Institute basieren.

Die angepassten Vorhersagen deuten auf eine schwierigere wirtschaftliche Phase für Deutschland in den nächsten Jahren hin. Höhere Energiepreise und anhaltende Inflation werden voraussichtlich Unternehmen und Haushalte belasten. Die anstehende politische Reaktion der Regierung wird mit Spannung erwartet, während das Land die Folgen der Energiekrise bewältigt.

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