17 June 2026, 16:59

Deutschlands neue Asylreform: Strengere Kontrollen, schnellere Abschiebungen und umstrittene Zentren

"Brot-Bett-Seife ist nicht von der Reform erfasst"

Deutschlands neue Asylreform: Strengere Kontrollen, schnellere Abschiebungen und umstrittene Zentren

Deutschland hat im Rahmen des GEAS-Programms eine umfassende Reform seines Asylsystems eingeführt. Künftig durchlaufen alle Geflüchteten, die ins Land kommen, ein bundesweites polizeiliches Screening-Verfahren. Dazu gehören neue Schritte wie die Abnahme von Fingerabdrücken, Identitätsprüfungen sowie eine Verletzlichkeitsanalyse, um unmittelbare Bedürfnisse und Schutzanforderungen zu ermitteln.

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Das Screening beginnt mit der Registrierung, gefolgt von mehreren Kontrollen. Neu ist die systematische Verletzlichkeitsprüfung, die besondere Schutzbedürfnisse identifizieren soll – ein Schritt, der bisher nicht flächendeckend durchgeführt wurde.

Die Reform schafft zudem mehrere parallele Verfahren zur Bearbeitung von Asylanträgen. Dazu zählen beschleunigte Verfahren, Grenzverfahren sowie Abkommen mit Drittstaaten. Kritiker befürchten jedoch, dass diese Änderungen die Bearbeitungszeiten verlängern und die Kosten in die Höhe treiben könnten.

Mehr als die Hälfte aller Asylfälle wird künftig in beschleunigten Verfahren behandelt – begründet durch die 20-Prozent-Klausel. Betroffen sind Antragsteller aus Ländern mit einer Schutzquote von unter 20 Prozent. In diesen Fällen kann die Abschiebung unmittelbar nach einem Bescheid des BAMF vollzogen werden, ohne dass Rechtsmittel die Vollstreckung aufhalten.

Die Reform verpflichtet die Bundesländer, sogenannte „Sekundärmigrationszentren“ für Asylsuchende einzurichten, insbesondere in Dublin-Fällen. In diesen Einrichtungen wäre die Bewegungsfreiheit eingeschränkt, und es gäbe nur eine Grundversorgung. Mehrere Länder, darunter Berlin, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz, haben diese Pläne bereits abgelehnt.

Weitere Maßnahmen umfassen einen verbindlichen Schulzugang sowie eine vollständige Krankenversicherung für alle Kinder nach zwei Monaten. Gleichzeitig erlaubt die Reform jedoch auch, Leistungen zu stürzen oder Unterkünfte zu verweigern, wenn ein Dublin-Beschluss vorliegt – eine Praxis, die der Europäische Gerichtshof bereits für rechtswidrig erklärt hat.

Die neue Asylreform führt strengere Kontrollen und schnellere Verfahren für viele Antragsteller ein. Sie erweitert zwar die Unterstützung für Kinder, enthält aber auch umstrittene Maßnahmen wie Leistungskürzungen und Bewegungsbeschränkungen in Sonderzentren. Die Änderungen werden die Asylverfahren in Deutschland grundlegend verändern.

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