Deutsche Luftwaffe plant Kauf der MQ-28 Ghost Bat als Zukunft der Kampfdrohnen
Claudia SchmidtDeutsche Luftwaffe plant Kauf der MQ-28 Ghost Bat als Zukunft der Kampfdrohnen
Deutschland rückt näher an die Beschaffung der MQ-28 Ghost Bat-Drohne für die Luftwaffe heran. Das unbemannte Fluggerät, das von Boeing entwickelt wurde, soll als Lösung für das Konzept der Collaborative Combat Aircraft (CCA) – also kooperativer Kampfflugzeuge – dienen. Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat sich nun mit Boeing zusammengetan, um das System bis 2029 in Deutschland einzuführen.
Die deutsche Luftwaffe plant zunächst den Kauf von sechs dieser Drohnen, mit einer Option für bis zu 18 weitere Exemplare. Ein formelles Abkommen mit Australien, wo die Drohne entwickelt wurde, soll im kommenden Jahr unterzeichnet werden.
Die MQ-28 Ghost Bat hat bereits über 150 Testflüge absolviert. Konzipiert für den Einsatz zusammen mit bemannten Kampfflugzeugen, kann sie Aufklärungsmissionen, elektronische Kriegsführung und Aufgaben als Waffensystem übernehmen. Ihr modularer Aufbau ermöglicht flexible Anpassungen an verschiedene Einsatzszenarien und macht sie zu einer vielseitigen Ergänzung für militärische Operationen.
Rheinmetall wird die Integration des Systems in die deutsche Luftwaffe verantworten. Das Unternehmen übernimmt Betrieb, Wartung und Logistik, um sicherzustellen, dass die Drohnen einsatzbereit bleiben. Rheinmetall-Chef Armin Pappenger äußerte, Deutschland könnte langfristig etwa 400 CCA benötigen, um zukünftige Verteidigungsanforderungen zu erfüllen.
Das Bundesministerium der Verteidigung hat sich bisher nicht zu konkreten Beschaffungsplänen geäußert, da noch die parlamentarische Zustimmung aussteht. Allerdings laufen bereits Verhandlungen über eine Testintegration in die Bundeswehr. Ein Memorandum of Understanding mit Australien soll 2025 unterzeichnet werden – ein wichtiger Schritt nach vorn.
Diese Partnerschaft folgt auf frühere Gespräche zwischen Rheinmetall und anderen Rüstungsunternehmen, darunter Lockheed Martin. Die Zusammenarbeit mit Boeing erfolgt, nachdem Rheinmetall für Äußerungen zur ukrainischen Drohnenindustrie in die Kritik geraten war. Trotz dieser Kontroverse hat das Unternehmen wiederholt Bewunderung für den ukrainischen Widerstand gegen die russischen Streitkräfte zum Ausdruck gebracht.
Die deutsche Luftwaffe strebt an, die MQ-28 bis 2029 einsatzbereit zu haben. Bei Erfolg sollen die Drohnen als Force Multiplier wirken und die Fähigkeiten bestehender bemannter Kampfflugzeuge in Gefechtslagen verstärken. Die MQ-28 Ghost Bat könnte so zu einem zentralen Element der zukünftigen Luftverteidigungsstrategie Deutschlands werden.
Mit Rheinmetall als federführendem Integrator und Boeing als Technologielieferanten schreitet das Projekt auf eine Indienststellung bis 2029 voran. Der initiale Kauf von sechs Drohnen – mit der Option auf weitere – markiert einen bedeutenden Schritt bei der Modernisierung der unbemannten Kapazitäten der deutschen Luftwaffe.






