Deutsche Bahn gibt auf: Pünktlichkeit bleibt jahrelang ein Traumziel
Finn ZimmermannDeutsche Bahn gibt auf: Pünktlichkeit bleibt jahrelang ein Traumziel
Die Deutsche Bahn steht wegen ihrer anhaltenden Probleme mit Pünktlichkeit und Servicequalität massiv in der Kritik. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder warnte, dass die schlechte Leistung der Bahn sogar das Vertrauen der Bürger in die Demokratie gefährden könnte. Gleichzeitig hat das Unternehmen neue Maßnahmen zur Steigerung der Zufriedenheit der Fahrgäste eingeleitet – gibt aber zu, dass sich erhebliche Verspätungen noch jahrelang hinziehen werden.
Im vergangenen Jahr erreichten nur etwa 60 Prozent der Fernzüge ihr Ziel pünktlich. Für dieses Jahr erwarten die Verantwortlichen keine spürbare Besserung – die Pünktlichkeitsquote wird sich im besten Fall auf dem aktuellen Niveau halten. Vorstandschefin Evelyn Palla schloss kurzfristige Fortschritte aus und bezeichnete das frühere Ziel der Vorgängerführung, bis 2027 eine Pünktlichkeit von 75 bis 80 Prozent zu erreichen, als unrealistisch. Schnieder hat nun ein bescheideneres Etappenziel gesetzt: 70 Prozent pünktliche Ankünfte bis 2029.
Um die Frustration der Reisenden zu mildern, führte das Bundesverkehrsministerium Ende 2025 die Agenda für zufriedene Kunden ein. Der Plan umfasst 22 Einzelmaßnahmen, die eine Taskforce im Jahr 2026 erarbeitet hat. Drei Sofortprogramme sind bereits angelaufen, mit Fokus auf saubere und sichere Bahnhöfe, mehr Komfort in Fernzügen sowie klarere Informationen bei Verspätungen oder Gleisänderungen.
Trotz dieser Bemühungen räumen sowohl der Minister als auch die Deutsche Bahn ein, dass tiefgreifende strukturelle Probleme weiterhin ungelöst sind. Die anhaltenden Schwierigkeiten der Bahn haben zu ungewöhnlich deutlichen Warnungen vor den weiteren Folgen eines Scheiterns geführt.
Die neuen Initiativen sollen zwar die täglichen Beeinträchtigungen für Reisende verringern, doch eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Die Pünktlichkeitswerte werden auf absehbare Zeit niedrig bleiben, während das Ziel für 2029 unsicher ist. Vorerst müssen sich die Fahrgäste mit schrittweisen Verbesserungen begnügen – statt mit einer umfassenden Wende.






