Braunschweigs Großer-Hof-Viertel soll mit 60-Millionen-Projekt neu erblühen
Finn SimonBraunschweigs Großer-Hof-Viertel soll mit 60-Millionen-Projekt neu erblühen
Braunschweigs Großer-Hof-Viertel steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Nächsten Dienstag stimmt der Stadtrat über einen Beschluss ab, der das Gebiet zur städtebaulichen Sanierungszone erklären soll. Bei einer Zustimmung würde das Projekt langjährige Missstände in einem Quartier angehen, das sich seit dem Wiederaufbau nach dem Krieg kaum verändert hat.
Derzeit leidet das Viertel unter architektonischen Mängeln und mangelnder Lebendigkeit. Zwei geschlossene Schulen und ein Überangebot an Parkplätzen prägen das Bild – die Gegend wirkt leer und autozentriert. Nun will die Stadtverwaltung mit einem 60-Millionen-Euro-Sanierungskonzept neuen Schwung in das Quartier bringen.
Grundlage bildet ein preisgekröntes Entwurfskonzept eines Hamburger Architekturbüros aus dem Jahr 2024. Vorgesehen sind ein autoreduziertes Kreativquartier, neuer Wohnraum sowie eine gemeinsame Nachbarschaftsgarage. Zudem entstehen Räume für die Städtische Galerie, Ateliers für Künstler:innen und kreative Unternehmen.
Ein besonderer Fokus liegt auf der sozialen Infrastruktur: Geplant sind eine Kita und ein Familiengemeinschaftszentrum. Grünflächen sollen aufgewertet werden, um die Nachhaltigkeit in dem dicht bebauten Gebiet zu verbessern. Die Finanzierung sichert die Stadt mit 7,9 Millionen Euro Eigenanteil sowie weiteren Mitteln aus dem Bundes-Länder-Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“.
Ziel der Umgestaltung ist es, aus dem Großen Hof ein lebendiges, gemischt genutztes Viertel zu machen. Wohngebäude, Kulturflächen und verbesserte Grünanlagen sollen die bisher brachliegenden Parkplätze ersetzen. Bei einer Zustimmung des Rates könnten die Arbeiten noch im Rahmen der Bundesförderung beginnen.






