Brandenburgs Spargelbauern kämpfen mit Kostenexplosion und Importdruck zu Saisonstart
Hannah FuchsBrandenburgs Spargelbauern kämpfen mit Kostenexplosion und Importdruck zu Saisonstart
Offizielle Eröffnung der Spargelsaison in Brandenburg – Erzeuger kämpfen mit steigenden Kosten und Importkonkurrenz
In Brandenburg hat die Spargelsaison offiziell begonnen: Landwirte in der Region Beelitz haben mit der diesjährigen Ernte gestartet. Zu Saisonbeginn liegen die Preise zwischen 15 und 18 Euro pro Kilogramm, doch die Anbauer rechnen mit einem Rückgang, sobald das Angebot steigt. Hinter den Kulissen setzen steigende Kosten und die Konkurrenz durch Importware die heimischen Produzenten unter Druck.
In den vergangenen fünf Jahren haben sich Brandenburgs Spargelfelder deutlich ausgeweitet. Während 2020 noch rund 1.200 Hektar bewirtschaftet wurden, umfasst der Anbau heute über 1.500 Hektar – angetrieben durch starke Nachfrage und ideale Bodenverhältnisse in Gebieten wie der Uckermark und der Prignitz. Trotz dieses Wachstums wird die Gesamtmenge für 2025 auf knapp 19.000 Tonnen geschätzt – ein leichter Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren.
Die Landwirte sehen sich auf mehreren Ebenen höheren Ausgaben gegenüber. Die jüngste Erhöhung des Mindestlohns treibt die Arbeitskosten in die Höhe, während die explodierenden Dieselpreise bei manchen Betrieben – wie etwa auf dem Hof von Jürgen Jakobs – alle zehn Tage zusätzliche 5.000 Euro verschlingen. Als Vorsitzender des Beelitzer Spargelanbauverbands sorgt sich Jakobs, die gestiegenen Kosten an die Verbraucher weitergeben zu müssen, ohne die Nachfrage zu dämpfen.
Zusätzliche Herausforderungen bringt die Konkurrenz aus dem Ausland mit sich. Günstige Importe aus Spanien, Mexiko und Griechenland fluten den Markt und erschweren es den heimischen Erzeugern, sich zu behaupten. Agrarministerin Hanka Mittelstädt erkennt die Schwierigkeiten an, verweist aber auch auf die Zurückhaltung der Verbraucher angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Belastungen – insbesondere der gestiegenen Energiepreise, die auf geopolitische Spannungen zurückzuführen sind.
Trotz der Hindernisse blickt die Branche optimistisch auf die laufende Saison. Die Landwirte erwarten eine ertragreiche Ernte, und die Preise könnten auf 10 bis 12 Euro pro Kilogramm sinken, sobald mehr Spargel in den Handel kommt.
Die kommenden Wochen werden für Brandenburgs Spargelwirtschaft zur Nagelprobe: Es gilt, steigende Kosten mit dem Wettbewerb auf dem Markt in Einklang zu bringen. Mit fortschreitender Saison dürften die Preise nachgeben und den Käufern etwas Entlastung bieten. Bis dahin setzen die regionalen Produzenten weiter auf Unterstützung aus der Region – während sie sich in einem zunehmend schwierigen wirtschaftlichen Umfeld behaupten müssen.






