Bechtle baut Führung um – und kämpft mit schwacher Prognose und Aktienkurs-Tief
Finn ZimmermannBechtle baut Führung um – und kämpft mit schwacher Prognose und Aktienkurs-Tief
Bechtle formt seine Führungsebene um, während das Unternehmen weiterhin mit Herausforderungen in seinen Kerngeschäften kämpft. Der IT-Dienstleister kündigte einen schlankeren Vorstand sowie neue Managementrollen an, die bis Anfang 2027 in Kraft treten sollen. Diese Veränderungen erfolgen vor dem Hintergrund sinkender Aktienkurse und einer verhaltenen Prognose für das kommende Jahr.
Die Aktie des Unternehmens erreichte im März 2026 mit einem Rückgang von 16,3 % auf 25,10 Euro ein 52-Wochen-Tief – den niedrigsten Stand seit März 2019 – nachdem Anleger auf eine schwächere als erwartete Prognose für 2026 reagierten. Dennoch liegt die Gesamtperformance seit dem vorherigen Tiefstand im Mai 2024 inklusive Dividenden bei 121,7 %. Externe Faktoren wie geopolitische Spannungen, volatile Märkte und Lieferkettenstörungen bei Speicherkomponenten verstärken die Unsicherheit.
Bechtle rechnet nun für 2026 mit einer Vorsteuermarge von maximal 5 %, ein Rückgang gegenüber früheren Werten. Engpässe bei Speicherchips und steigende Kosten haben die Preise in die Höhe getrieben, was Kunden zögern lässt, Investitionen zu tätigen. Die Unternehmensführung kündigte ein Update zur Chipsituation und deren Auswirkungen auf die Gewinne zur Jahresmitte an.
Um diese Probleme anzugehen, wird der Aufsichtsrat das Vorstandsteam ab Januar 2027 von vier auf drei Mitglieder verkleinern. Konstantin Ebert übernimmt zum Jahreswechsel 2026/2027 den Posten des Vorstandsvorsitzenden von Thomas Olemotz, während Antje Leminsky den Vorstand Ende 2026 verlässt. Die neue Führung wird sich darauf konzentrieren, interne Prozesse zu beschleunigen, um das langfristige Umsatzziel von 10 Milliarden Euro bis 2030 zu erreichen.
Trotz des Gewinnrückgangs im vergangenen Jahr plant Bechtle, die Dividende stabil bei 0,70 Euro pro Aktie zu halten.
Die Umstrukturierung zielt darauf ab, Entscheidungsprozesse zu straffen, während Bechtle sich durch einen schwierigen Markt navigiert. Mit einem kleineren Vorstand und einem neuen CEO passt das Unternehmen seine Strategie an, um die Performance zu stabilisieren. Aktionäre erhalten bis zur Jahresmitte weitere Details zur Chipversorgung und Rentabilität.






