Atommüll-Bergung in Asse auf unbestimmte Zeit verschoben – Kosten explodieren auf 13 Milliarden
Finn ZimmermannVerwahrte Kernabfälle Asse - Beginn der Bergung verschoben - Atommüll-Bergung in Asse auf unbestimmte Zeit verschoben – Kosten explodieren auf 13 Milliarden
Die Bergung von 126.000 Fässern mit radioaktivem Abfall aus dem deutschen Atomlager Asse ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat ihren bisherigen Zeitplan verworfen und eingeräumt, dass weiterhin erhebliche Unsicherheiten bestehen.
Die Anlage Asse, die zwischen den 1960er- und 1970er-Jahren genutzt wurde, lagert schwach- und mittelradioaktive Abfälle in 13 unterirdischen Kammern. Nach Bundesrecht muss sie umgehend stillgelegt werden, wobei die BGE mit der Bergung des Atommülls und der Schließung des Standorts beauftragt ist.
2020 hatte die BGE vorgeschlagen, die Bergungsarbeiten im Jahr 2033 zu beginnen, wobei die vorläufigen Kosten auf über drei Milliarden Euro geschätzt wurden. Nun gibt die Behörde zu, dass der Plan von 2020 lediglich ein grober Entwurf war, dem detaillierte Vorbereitungen in entscheidenden Bereichen fehlten.
Seither sind die prognostizierten Kosten explodiert. Die aktuellen Schätzungen für 2024–2025 belaufen sich auf mehr als 13 Milliarden Euro – mehr als das Vierfache der ursprünglichen Summe. Probleme bei der Ausgrabungsplanung, der Sicherheitsinfrastruktur und der Logistik für die Abfallverarbeitung haben zu diesem drastischen Anstieg geführt.
Da kein neuer Zeitplan vorliegt, hat die BGE bestätigt, dass das bisherige Startdatum 2033 nicht mehr haltbar ist. Aufgrund anhaltender technischer und finanzieller Hindernisse kann die Behörde noch keinen überarbeiteten Fahrplan vorlegen.
Die unbestimmte Verzögerung lässt die Stilllegung von Asse in der Schwebe. Die Kosten sind auf über 13 Milliarden Euro angestiegen, während technische Hürden die BGE daran hindern, einen neuen Beginn festzulegen. Die Bergung der 126.000 Abfallfässer bleibt bis auf Weiteres ausgesetzt.