25 March 2026, 12:08

ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – Kritik an einseitiger Gästeliste

Plakat mit fettem schwarzem Text "Trickle-Down Economics Works Not" auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem dünnen schwarzen Rand, begleitet von einem Zitat des Präsidenten Biden.

ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – Kritik an einseitiger Gästeliste

Öffentlich-rechtliche Sender ARD und ZDF in der Kritik: Wirtschaftsthemen in Talkshows stark reduziert

Eine aktuelle Auswertung von 284 Folgen aus dem Jahr 2025 zeigt, dass nur noch 20 Prozent der Sendungen wirtschaftliche Themen behandelten – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu 33 Prozent im Jahr 2023. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), ein von der Wirtschaft unterstütztes Bündnis, wirft den Sendern vor, inmitten der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten eine ausgewogene Berichterstattung zu vernachlässigen.

Laut der INSM-Studie widmete "hart aber fair" mit 39 Prozent den größten Anteil seiner Sendungen wirtschaftlichen Fragestellungen – mehr als alle anderen untersuchten Formate. Doch selbst in diesen Folgen kamen nicht immer Vertreter aus der Wirtschaft zu Wort. In 32 Prozent aller wirtschaftsbezogenen Diskussionen der analysierten Talkshows fehlten Unternehmer oder Branchenexperten vollständig.

Besonders schlecht schnitt "Maischberger" ab: In 80 Prozent der Folgen mit Wirtschaftsthemen waren keine Gäste aus der Wirtschaft vertreten. Insgesamt dominierten Politiker die Gästelisten (41 Prozent), gefolgt von Journalisten (27 Prozent) und Ökonomen (14 Prozent). Unternehmer brachten es lediglich auf 5 Prozent, Vertreter von Wirtschaftsverbänden auf 2 Prozent.

INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben kritisierte, die Sender kämen ihrer öffentlichen Aufgabe nicht nach. Er forderte eine stärkere Einbindung von Wirtschaftsvertretern, um die wirtschaftliche Bildung der Zuschauer zu verbessern. Alslebens Vorwürfe fallen in eine Phase, in der Deutschland die längste Rezession seit Gründung der Bundesrepublik durchlebt.

Die Studie unterstreicht den Rückgang der Wirtschaftsberichterstattung zu einem Zeitpunkt, an dem die deutsche Wirtschaft mit erheblichen Herausforderungen kämpft. Die INSM warnt, dass durch das Fehlen unternehmerischer Perspektiven das öffentliche Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge leiden könnte. Die Sender haben sich zu den Ergebnissen bisher nicht geäußert.

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