09 June 2026, 14:07

Arbeiten bis 70: Warum der Ruhestand für viele keine Option mehr ist

Rentenreform

Arbeiten bis 70: Warum der Ruhestand für viele keine Option mehr ist

Immer häufiger wird das Arbeiten im hohen Alter zur Regel statt zur Ausnahme. In Politik, Sport und Wirtschaft führen Spitzenkräfte auch jenseits des klassischen Renteneintrittsalters ein aktives Berufsleben. Gleichzeitig treiben Regierungen die Anhebung des Renteneintrittsalters voran, da die Lebenserwartung steigt und die Geburtenraten sinken.

Aktuelle Beispiele zeigen, wie ältere Fachkräfte in ihren Bereichen weiterhin an der Spitze stehen. Der chinesische Präsident Xi Jinping (72), der russische Staatschef Wladimir Putin (73), Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) und der ehemalige US-Präsident Donald Trump (79) üben nach wie vor anspruchsvolle Ämter aus. Studien legen sogar nahe, dass die Produktivität bis ins 90. Lebensjahr anhalten kann – ein klarer Widerspruch zur Vorstellung eines frühen Ruhestands.

In Deutschland zeigt sich in der Politik kein Nachlassen mit zunehmendem Alter. Die Freien Demokraten (FDP) wählten kürzlich den 74-jährigen Wolfgang Kubicki zu ihrem neuen Vorsitzenden. Friedrich Merz, mit 70 Jahren, hat keine älteren Konkurrenten und bleibt Spitzenkandidat der konservativen Union für das Kanzleramt. Gleichzeitig schlägt Arbeitsministerin Bärbel Bas eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters vor – eine Maßnahme, die im Einklang mit den Erwartungen steht, dass die Rentenkommission ein Arbeiten bis 70 empfehlen wird.

Auch im Sport werden die Altersunterschiede in Führungspositionen deutlich: Der 38-jährige Julian Nagelsmann trifft mit seiner Mannschaft auf die Nationalelf von Curaçao, trainiert vom 78-jährigen Dick Advocaat. Selbst in der Diplomatie garantiert Erfahrung nicht immer Erfolg – Außenminister Johann Wadephul, 63, erlitt kürzlich eine Niederlage bei einer UN-Abstimmung in New York.

Für die jüngeren Generationen könnte ein Renteneintritt mit 70 bald keine freiwillige Entscheidung mehr sein. Wer nach den Babyboomern geboren wurde, wird wohl kaum mit einem frühen Ruhestand rechnen können, da wirtschaftliche Zwänge und demografische Verschiebungen die Rentenpolitik neu prägen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Trend ist unübersehbar: Ältere Berufstätige bleiben länger aktiv, während jüngere Arbeitnehmer mit einer Zukunft aus verlängerten Karrierewegen konfrontiert sind. Da Regierungen und Arbeitgeber sich auf eine alternde Belegschaft einstellen, steigt das klassische Renteneintrittsalter kontinuierlich an. Für viele ist das Arbeiten bis weit in die späten Sechziger oder darüber hinaus längst keine Frage der Wahl mehr, sondern schlicht eine Notwendigkeit.

Quelle